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Was sieht sie? Und was denkt sie wohl gerade?

Nimm dir einen Moment, bevor du weiterliest.

Schau noch einmal in den Spiegel. Die meisten von uns nehmen an, sie sehe sich dort selbst. Aber die Perspektive lässt das gar nicht zu. In Wahrheit blickt sie durch den Spiegel hinaus – auf uns, die wir sie betrachten.

Was sie dabei denkt, weiß niemand.

Vielleicht sieht sie dich.

Ich würde zu gern wissen, was das Bild in dir auslöst. Schreib mir, und ich schreibe dir zurück.

Diego Velázquez
Venus vor dem Spiegel, auch Rokeby Venus genannt, um 1647 bis 1651
National Gallery, London

Velázquez war Hofmaler des spanischen Königs, bekannt dafür, Menschen sehr lebensecht zu malen. Aktdarstellungen wurden im Spanien seiner Zeit von der Inquisition streng überwacht, kaum jemand wagte sie. Dies ist der einzige Akt von Velázquez, der erhalten geblieben ist.

Die Figur ist nahezu lebensgroß. Im Museum steht man nicht vor einem Bild, sondern neben einer Person.

1914 schlug die Suffragette Mary Richardson im Museum mit einem Beil auf das Bild ein, aus Protest gegen die Verhaftung von Emmeline Pankhurst. Die Leinwand wurde restauriert. Bei streifendem Licht sind die Spuren bis heute zu erkennen.

Bis zum nächsten Impuls, hab einen schönen Sonntag.

Herzliche Grüße
Andrea

Übrigens: Am 2. Oktober führe ich interaktiv durch "Niki de Saint Phalle – Dream Machine" im Kunstpalast Düsseldorf, 5 Euro zuzüglich Eintritt. Alle Termine findest du hier.

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